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08. Anton Mosimann & Maestro Martino

Anhand des Werkes des Maestros, dem Tessiner Martino de Rubeis, der heute als einer der berühmtesten Köche der Renaissance wiederentdeckt wurde, wird die kulinarische Geschichte der Schweiz sicherlich eines Tages neu geschrieben. Und eines Tages wird dank der gastronomischen Arbeit des Chefs Anton Mosimann, ein Jahrhundert nach César Ritz, höchstwahrscheinlich auch die Geschichte des englischen Königshauses neu geschrieben. Anton Mosimann hat den spektakulärsten Erfolg eines Schweizers im Lande Albione (antiker Name der Insel Grossbritannien) verkörpert.

Jetzt, mehr als 500 Jahre später, sind die aussergewöhnlichen Geschichten dieser beiden großen Schweizer Köche wie von Zauberhand in einem unschätzbaren Band aus dem 15. Jahrhundert verwoben, der dem Talent von Maestro Martino gewidmet ist und zur unschätzbaren Büchersammlung von Anton Mosimann gehört. Ein faszinierender Zufall, der ebenso bemerkenswert ist wie die gesamte 50-jährige Karriere des grossen Schweizer Chefs in London.

Geboren 1947 in Soletta half der kleine Toni seinen Eltern bereits im Restaurant der Familie in Nidau nahe Bienne. Darauf folgte eine Lehrlingsausbildung im Hotel Baren in Twann bevor er in die kulinarische Welt eintauchte. Er hat sofort im grossen Stil begonnen. Zuerst in den Schweizer Palais in Villars, Luzern, Gstaad, St. Moritz und Montreux, um dann später in den großen Hotels in Rom, Brüssel und Stockholm zu arbeiten. Im Alter von nur 20 Jahren wurde er in die Schweizer Mannschaft im Swiss Pavillon an der Expo 67 in Montreal gerufen und 3 Jahre später war er als Chef des Swiss Pavillon an der Expo 70 in Osaka/Japan.

Kaum 28-jährig stand Mosimann an der Spitze der Küchen des renommierten Dorchester Hotels in London, wo er mit zwei Michelin Sternen als jüngster Küchenchef in die Geschichte des Vereinigten Königreichs einging. Mit seiner „Cousine Naturell“ gab er den Anstoss zu kulinarischen Erneuerungen, war Protagonist zahlreicher Sendungen der BBC und Autor von 20 „leckeren“ Büchern. 1988, am Höhepunkt seines Erfolges, gründete Mosimann eine seiner Akademien und eröffnete unter eigenem Namen im Herzen von London den exklusiven Belfry Club in einer antiken entweihten presbyterianischen Kirche. Ein wahrer Tempel der Gastronomie, wo seit mehr als 30 Jahren berühmte Persönlichkeiten und gekrönte Häupter, unter ihnen vier amerikanische Präsidenten und vier Generationen der englischen Königsfamilie ein und aus gehen. Königin Elisabeth ernannte ihn zu einem ihrer bevorzugtesten Chefs und verlieh ihm den prestigeträchtigen Orden des British Empire (OBE). Vor Kurzem hat Anton Mosimann seine Autobiografie unter dem Titel „Life is a Circus“ („das Leben ist ein Zirkus“) veröffentlicht, wobei er uns auf sympathische Weise erklärt, dass man sich, auch nach vielen Erfolgen unter den VIP’s, nicht zu ernst nehmen soll ……. um glücklich zu sein.

Die Sammlung Anton Mosimann
Die tausend Geschmacksrichtungen der Bibliothek eines grossen Chefs! Eine Sammlung bestehend aus 6‘000 Büchern, darunter 300 seltenen Werken mit mehr als 10‘000 historischen Rezepten, 2‘000 Ausgaben von Fachzeitschriften und mehr als 1‘000 Menüs. Die Sammlung enthält ausserdem eine Vielzahl von Veröffentlichungen in verschiedenen europäischen Sprachen mit Büchern vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Die Médiathèque Valais-Sion hat einen Teil der wertvollen Bibliothek von Anton Mosimann zur Aufbewahrung erhalten. 2016 hat die Culinary Arts Academy of Switzerland im César Ritz College in Le Beuveret am Genfer See Mosimann ein spektakuläres Museum gewidmet, das einen weiteren Teil der wertvollen Sammlung beherbergt.

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