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10. Jacobus de Anardonis

Jakobus de Anardonis, der Koch aus dem Bleniotal, bekannt unter dem Namen Giacomo da Schona, wohnte wahrscheinlich bereits unter dem Herzog Filippo Maria Visconti in Mailand. Am 2. Oktober 1450 erhielt er den Rang eines „Familienmitgliedes“ am Hofe von Francesco Sforza in Mailand. Dieser Titel war vergleichbar mit dem eines „Hofkämmerers“. Es handelte sich dabei offensichtlich um einen Adelstitel, der ihm aufgrund seiner Verdienste als herzoglicher Koch verliehen wurde.

Seine Arbeit am Mailänder Hof wurde so sehr geschätzt, dass er viele Vergünstigungen erhielt. 1460 bekam er von der Herzogin von Mailand die Erlaubnis der „freien Durchfahrt“, 1464 wurde ihm von Herzog Galeazzo Maria Sforza die Stadtbürgerschaft von Mailand zugesprochen, der ihm 1471 auch die Regierung des Bleniotals anvertraute, wodurch er „Podestà“ (oberster Vertreter des Exekutivorgans der Gemeinde, der direkte oder indirekte richterliche Funktionen ausübte) seines Heimattals wurde.

1476 schenkte er dem Oratorium in Sommascona einen Kelch, der heute im Museum Ca’da Rivöi in Olivone ausgestellt ist. Der Kelch trägt auf seinem Sockel die Inschrift, dass es im Jahre 1476 in Sommascona ein Oratorium gab, das der Santa Maria delle Grazie geweiht war.

Wahrscheinlich handelte es sich beim Oratorium der Santa Maria delle Grazie um eine kleine Kirche, dessen Presbyterium der heutigen Kapelle entspricht, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und die wir heute links nach dem Eingang finden.

In seinem Testament aus dem Jahr 1480 hinterliess Giacomo da Schona alIe seine Besitztümer in Olivone zugunsten der Kirche in Sommascona, seinem Geburtsort. Die Höhe dieses Vermächtnisses ist nicht bekannt.

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